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Daoismus

Daoismus

Der Daoismus wurde nach dem Dao De Jing benannt, das um 600 v. Chr. von Laozi verfasst wurde. Dao heißt Weg und De ist die Tugend, beide Zeichen zusammen bedeuten Moral. Deutschland wird im chinesischen übrigens De Guo (Tugend + Staat) genannt. Der Daoismus wird bei uns auch fälschlicherweise Tao genannt, was im chinesischen viele Bedeutungen haben kann z.B.: Pfirsich, stehlen, flüchten oder verurteilen aber eben nicht das, was mit Daoismus gemeint ist.

Während der Kolonialzeit wurden viele chinesische Wörter sehr ungenau ins Alphabet übertragen, daraus resultieren solche Fehler. Das ist auch der Grund warum wir Pinyin, die offizielle chinesische Umschrift verwenden.

 

Mit Dao ist nicht der Weg gemeint, sondern das alles umfassende, nicht zu beschreibende Ganze. Um die Einheit mit dem Dao zu erreichen muss man zur Ruhe kommen, wie trübes Wasser in einem Teich, alle Gedanken sinken zu Boden und der Geist wird klar und rein.

Um das Dao aufnehmen zu können, muss man die innere Leere erreichen. Ein Ozean erreicht seine Größe nur dadurch, dass er eigentlich leer ist.

Leere ist nicht wie bei uns etwas Negatives, sondern der Zustand der angestrebt wird, um für etwas Größeres offen zu sein.

 

Im alltäglichen Leben soll man alle Extreme vermeiden, der Weg der Mitte ist das richtige Maß. Man kann auch von der Mitte abweichen, darf sie nur nicht verlieren.

Wenn man zu viel Süßes ist, zu viel schläft, zu viel arbeitet usw., dann sinkt die Lebenskraft  Qi. Das gilt auch für Gefühle wie Freude und Zorn, Vorlieben und Abneigungen. Der Daoist bleibt immer gelassen, was auch immer passiert.

Angst und Klagen verbrennen das Herz, so entstehen Krankheiten.

 

Das zielorientierte Handeln macht den Menschen blind, erst wenn man das Ziel aufgibt wird man das Ziel erreichen. Wenn man auf ein fernes Ziel fixiert ist, ist man nicht im Stande das Gegenwärtige wahrzunehmen.

Der Daoist lebt in Einklang mit der Natur, er versucht sie nicht zu beherrschen oder gegen die Natur zu leben.

Menschen verlieren ihre innerste Natur, wenn sie ihren Begierden nachgeben.

Wenn man andere besiegt hat man Macht, wenn man sich selbst besiegt ist man stark.

 

Die Daoisten lebten meist abgeschieden in bescheidenen Berghütten und studierten

die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten. Dieses Leben war nicht jedem möglich und hohe Beamte konnten sich nur für kurze Zeit in die Einsamkeit zurückziehen.

Reisen waren damals auch sehr zeitintensiv und gefährlich. Aus diesen Gründen war es einfacher auf einem Teil des Grundstücks die Natur nachzubilden. So wie ein 50 cm langer Strich in einem Bild einen tausend Meter Hohen Berg darstellen kann, so kann auch ein 2 m hoher Felsen im Garten ein Gebirge andeuten. Diese Steine hatten zu Teil einen Lebenslauf, kamen von einem besonderen Ort oder hatten andere magische Eigenschaften. Von daher wohnte in der Miniatur die gleiche göttliche Kraft wie im Original. Aus diesem Grundgedanken entstanden auch die Penjing (Topf-Landschaft), bei uns auch unter den japanischen Namen Bonsai bekannt. Kleine Landschaften aus Felsen und Wasser, auf denen kleine Bäume wuchsen. Im Huang Shan Gegirge wachsen, von Wind und Wetter geformte, kleine Kiefern in Felsspalten. Diese dienten wegen ihrer Zähigkeit als natürliches Vorbild für die Penjing Bäume.

 

Daoistische Symbole

Der Daoismus ist eine Philosophie für die in ganz China Tempel gebaut wurden, somit religiöse Züge angenommen hat und sich dadurch von der reinen Lehre immer weiter entfernt hat. Es entstanden Symbole und Legenden die auch oft in den Gärten vorkommen.

Das bekannteste Zeichen ist Taiqi und steht für das Höchste, die Einheit aller Dinge auch Dao genannt. Es gibt Yin und Yang und das nennt man Dao.

 

Das Zeichen stammt aus dem Yijing und war schon vor dem Daoismus bekannt. Es steht für die Harmonie der Gegensätze Yin und Yang, die sich ergänzen und jeweils einen Teil des anderen in sich tragen.

Yin ist das weiblich Prinzip, passiv, dunkel, Erde... und Yang steht für das männliche Prinzip, aktiv, hell, Himmel... usw. 

 

Die Symbole der daoistischen Unsterblichen (Xian).

Die acht Unsterblichen wohnen auf den drei Inseln im Ostmeer und können auf Kranichen reiten. Das Symbol von Xi Wang Mu, der Königinmutter des Westens, die im Kunlungebirge wohnt, ist der Pfirsich. In ihrem Palast gibt es einen Garten mit Pfirsichbäumen, die nur alle 1000 Jahre Früchte tragen, wer von diesen Pfirsichen isst wird unsterblich. 

 

Der Flaschenkürbis auch Kalebasse genannt ist das Symbol von Li Tie Kuai, einem der acht Unsterblichen. Der Flaschenkürbis ist ein Mikrokosmos der Himmel und Erde vereint, wenn man ihn öffnet steigt aus ihm eine Wolke mit der man Dämonen einfangen kann empor oder eine Fledermaus (Glückssymbol). Die Unsterblichen transportieren das Lebenselixier in einem Flaschenkürbis.

 

Die Symbole der Unsterblichen befinden sich an Abschlüssen von Mauern und Dächern. 

Zhong Li Quan kann mit seinem Fächer böse Geister vertreiben und Tote lebendig machen.

Eine Bambusröhre (Fischtrommel) ist das Erkennungszeichen von Zhang Guo Lao, der auf seinem Esel 1000 Meilen am Tag zurücklegen kann.

Han Xiang Zi spielt Flöte, He Xian Gu wird mit Lotos dargestellt. Ein Blumenkorb ist das Symbol von Lan Cai He, sie kann durch singen die Zukunft voraussagen.

Kastagnetten sind das Zeichen von Cao Guo Jiu, dem Schutzpatron der Schauspieler. Lü Dong Bin mit dem dämonentötenden Schwert.

 

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